Marcumar-Therapie

Marcumar ist ein Gerinnungshemmer, der die Blutgerinnung verzögert, aber nicht ganz aufhebt. Wie stark oder schwach die Gerinnungshemmung ist, hängt u. a. von der Dosierung ab. Die Wirkung ist durch regelmäßige Blut-Kontrollen zu überwachen, so dass gegebenenfalls eine Anpassung der Dosierung erfolgen kann.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Blut-Gerinnungswerte legt Ihr Arzt die Dosierung der Marcumartherapie für die Zeitspanne bis zur nächsten Gerinnungskontrolle fest. Wichtig ist, dass die Tabletten regelmäßig, möglichst immer zum selben Zeitpunkt eingenommen werden. Zu empfehlen ist die abendliche Einnahme vor dem Zubett-Gehen, sie hat den Vorzug, dass noch am gleichen Tag die Dosis korrigiert werden kann, wenn Ihr Arzt dies nach Kontrolle für notwendig hält.

Die Kontrolluntersuchungen werden aus Venenblut (z. B. durch die Bestimmung des Quick-Wertes) oder aus Kapillarblut (z. B. als Thrombotest) durchgeführt.

Die Ergebnisse von Thrombotest und Quick sind dem Zahlenwert nach nicht identisch, sie lassen sich aber über den aus den Gerinnungszeiten abgeleiteten INR-Wert vergleichen. Bei beiden Methoden sollte der INR-Wert nicht unter 2,0 und nicht über 4,0 liegen. Ein INR-Wert unter 2,0 bedeutet, dass die Gerinnungshemmung nicht ausreichend ist (Thrombosegefahr!), ein INR-Wert über 4,0 bedeutet zu starke Gerinnungshemmung (Blutungsgefahr).

Zu Beginn der Marcumartherapie wird dem Patienten ein "Marcumar-Ausweis" ausgefertigt, in den die jeweils aktuelle Dosierung, das Ergebnis der letzten Kontrolle einschließlich des INR-Wertes und der nächste Kontroll-Termin eingetragen wird. Außer dem behandelnden Arzt muss jeder andere in die Behandlung einbezogene Arzt oder Zahnarzt, aber auch Krankengymnast, Masseur, Heilpraktiker usw. wissen, dass eine Marcumartherapie erfolgt. Auch der Apotheker sollte beim Kauf von anderen Medikamenten darüber informiert werden, um rechtzeitig darauf aufmerksam machen zu können, dass verschiedene Medikamente die Marcumarwirkung verstärken oder aber abschwächen können.

Intramuskuläre Injektionen unter Marcumar sind zu vermeiden, da sie zu lokalen Blutungen führen können. Injektionen in die Vene (intravenös) oder unter die Haut (subcutan) oder Blutentnahmen dagegen unbedenklich.

Eine geringfügig verstärkte Blutungsneigung (Zahnfleischbluten nach kräftigem Zähneputzen, verlängerte Wundblutung, Neigung zu blauen Flecken) ist normal und gibt keinen Anlaß zur Sorge. Wenn jedoch intensive Blutungen aus Nase oder Mund auftreten, der Urin sich rötlich bis schwärzlich färbt oder der Stuhl pechschwarz wird, sollten Sie sofort Ihren Arzt konsultieren oder gegebenenfalls das nächste Krankenhaus aufsuchen. Selbstverständlich sind auch wir für Sie da!

Für besondere Fälle kann der Quickwert innerhalb von 24 Stunden durch die Gabe von Vitamin K (Konakion, 2 ml i. v. oder oral) normalisiert werden. Dies sollte aber nicht ohne vorherige Rücksprache mit dem Arzt erfolgen (Thrombosegefahr!).

Vor Operationen und/oder Zahnextraktionen, diagnostischen Eingriffen wie Herzkatheter oder Endoskopien sollte Marcumar abgesetzt werden, damit die Eingriffe gefahrlos und ohne Blutungsproblem erfolgen können. Marcumar ist dabei mindestens 5, besser 7 Tage vor dem geplanten Eingriff abzusetzen. Als Thromboseprophylaxe für diesen Zeitraum ist - sofern keine Kontraindikationen bestehen - niedermolekulares Heparin einzusetzen. Unter der Heparinbehandlung ist das Blutbild besonders hinsichtlich der Blutplättchenzahl zu kontrollieren.
Am Tag des Eingriffs soll weder Marcumar noch Heparin eingesetzt werden. Direkt vor dem Eingriff ist eine Kontrolle des Quickwertes durchzuführen.

Bezüglich der Ernährung sind nur geringfügige Einschränkungen erforderlich. Wir empfehlen vor allem: Ausgeglichene, rohkostreiche Nahrung, keine Exzesse wie Extrem-Diäten, Null-Diät o. ä. Zu beachten ist, dass einige Nahrungsmittel besonders reich an Vitamin K sind, welches für die Bildung der Gerinnungsfaktoren wichtig ist und dessen Gegenspieler Marcumar darstellt.